11. Februar 2017

Indien/Gujarat Nov2016: Little Rann of Kutch


Wildesel im Little Rann of Kutch  -  Foto Ulrike Wizisk

Die Hauptattraktion des Little Runn of Kutch, der letzten Station der Terra-Unica-Reise durch den trockenen Nordwesten Indiens, sind sicher die Wildesel, die im Wild Ass Sanctuary geschützt sind. Wie beobachten große Herden dieser Unterart des asiatischen Esels, die als Khur (Equus hemionus khur) bezeichnet wird. Sie durchstreifen das offene Grasland der Salzpfanne.


Wildesel (Khur)  -  Foto Ulrike Wizisk


Oft mischen sich die großen Nilgauantilopen zwischen die Wildesel  -  Foto Ulrike Wizisk

Ornithologisch ist das Gebiet ebenfalls hochinteressant. Einer unserer "Wunschvögel" des trockenen Graslands ist die Steppenkragentrappe, die wir dann auch nach einiger Suche finden. Auf den Grasflächen halten sich auch große Scharen von Graugänsen auf, darunter Trupps von Streifengänsen, die hier als Wintergäste / Durchzieher auftreten.


Steppenkragentrappe   -  Foto Ulrike Wizisk
Streifengänse   -  Foto Ulrike Wizisk
Graugänse   -  Foto Ulrike Wizisk

Während des Monsuns wird je nach Stärke der Regenfälle die Salzpfanne mehr oder weniger überschwemmt. Danach reduzieren sich die Gewässer mehr und mehr und sind ergiebige Beobachtungsgebiete. Wir erleben im schönen Morgenlicht Flamingos und Pelikane, viele Limikolen und andere Wasservögel.

Gewässer im Little Rann of Kutch mit Rostgänsen, Säbelschnäblern und Löffelenten   -  Foto Ulrike Wizisk

Krauskopfpelikane (im Hintergrund Rosapelikane)  -  Foto Ulrike Wizisk
Zwergflamigos  -  Foto Ulrike Wizisk
Während der gesamten Reise durch Gujarat konnten wir 240 Vogelarten auf unsere Liste setzen!


6. Februar 2017

Indien/Gujarat Nov2016: Unterwegs im Great Rann of Kutch

Eines der TERRA-UNICA-Exkurionsfahrzeuge Great Rann of Kutch (Banni Grasland)

Der Große Rann von Kutch und sein westlicher Ausläufer der Kleine Rann von Kutch sind Salzsümpfe im Nordwesten Gujarats, die während der Monsunzeit überschwemmt sind. Sie umfassen ein ca. 25000 km² großes, flaches, mit Tonen und Salzablagerungen bedecktes Gebiet. Es handelt sich um eine verlandete Bucht des Arabischen Meeres. Nach Ende des Monsuns verdunstet das Wasser weitgehend und bildet eine Wüste, in der bei großer Hitze oft das Phänomen der Fata Morgana zu beobachten ist. Nur wenige Pflanzen können in diesem Lebensraum existieren, so gibt es neben völlig vegetationslosen Flächen und Salzpfannen vor allem Grasland und Dornbüsche. 

Wir beziehen Quartier nahe des Ortes Nakhatrana nur wenige Kilometer vom Banni Grasland entfernt, wo sich die weiten - jetzt trockenen - Ton-Salz-Ablagerungen des Kutch ausdehnen. Zentrales Gewässer ist der See Chhari Dhandh, der fast nie austrocknet und somit den Dromedarherden und anderen Haustieren und natürlich auch den Wildtieren als zuverlässiges Trinkwasserreservoir dient. 

Am Chhari Dhandh - Foto Ulrike Wizisk
Schelladler im letzten Abendlicht am Chhari Dhandh  -  Foto Ulrike Wizisk

Hindunachtschwalbe im Scheinwerferlicht auf einer Straße  -  Foto Ulrike Wizisk

Von Nakhatrana besuchen wir auch den Seidenwürger-Winterrastplatz bei Fuley. Seidenwürger (Hypocolius ampelinus) brüten u.a. im Iran, Irak und Afghanistan. Hier in dem Buschland in der Nähe eines kleinen Ortes finden sich jedes Jahr einige Hundert Tiere zum Überwintern ein. Allerdings sind die Vögel in diesem Jahr etwas spät dran und wir müssen uns abmühen - mit Hilfe eines lokalen Führers - endlich wenigstens ein Männchen zu sichten. Einige Teilnehmer sahen auch noch ein Weibchen fliegen.

Frühmorgendliche Exkursion zum Seidenwürger-Rastplatz

Seidenwürger  -  leider nur ein Belegfoto (U.Wizisk)

Die Wiedehopfe stahlen den Seidenwürgern die Show!  -  Foto Ulrike Wizisk

Über den tischebenen Ablagerungen des Kutch erheben sich einige Hügel aus schwarzem Vulkangestein und andere aus rotem, sehr wenig verfestigten Sandstein, der geologisch vermutlich sehr jung ist (Erdneuzeit). Hier gehen wir auf Vogelbeobachtungstour - mit dem Kaukasussteinschmätzer (Oenanthe chrysopygia) als Highlight.

Kaukasussteinschmätzer  -  Foto Ulrike Wizisk

Fantastisch bunte Sandsteinablagerungen prägen auch das einsame Flussbett unweit des Ortes Nakhatrana, in dem wir den Bengalenuhu Bengalenuhu (Bubo bengalensis) beobachten können. 

Foto  Ulrike Wizisk
Foto  Ulrike Wizisk
Bengalenuhu

Ein "Zielvogel" in der Umgebung von Nakhatrana ist für viele Ornithologen die Weißflügelmeise (Parus nuchalis), die wir nach einiger Suche im bewaldeten Hügelland auch finden.

Weißflügelmeise


Trappenschutzgebiet
Das Great Indian Bustard Sanctuary, ein Schutzgebiet in Nähe des kleinen Ortes Naliya umfasst etwa 20 km² offenes, teilweise mit Buschwerk durchsetztes Grasland. Es wurde eigens eingerichtet zum Schutz der stark bedrohten Hindutrappe. Leider hat sich der Bestand der Vögel dramatisch reduziert, und wir können hier keine Beobachtungen machen. 
Erst später, nach langer Suche mit Hilfe eines einheimischen Führers, können wir einen Vogel in landwirtschaftlich genutztem Areal erspähen.

Vögel der Tage im Gebiet des Great Rann of Kutch:
16.11.2016  Hindunachtschwalbe
17.11.2016  Koromandelrennvogel
18.11.2016  Hinduracke

Koromandelrennvogel  - Foto Ulrike Wizisk

2. Februar 2017

Indien/Gujarat Nov2016: Am Golf von Kutch

Exkursion an der Küste des Golf von Kutch  -  Foto Ulrike Wizisk

Vom Gir National Park brechen wir auf in Richtung der Stadt Jamnagar an der Küste des Golfes von Kutch ein - die dritte Station der TERRA-UNICA-Reise durch Gujarat.
Bei einem kurzen Zwischenstopp früh morgens noch in der Region Gir können wir in einem Buschland den seltenen Weißbauch-Mennigvogel beobachten, der auch der Vogel des Tages dieses Fahrtages wird.

Weißbauch-Mennigvögel  -  Foto Ulrike Wizisk

An der Küste erkunden wir brackige Lagunen, Salinen und Wattflächen. Wir sehen zahlreiche Limikolen und anderes "Wassergeflügel". Viele der Arten sind uns aus dem Europa bekannt. Es sind in der Mehrzahl Wintergäste aus dem nördlichen Eurasien.

Uferschnepfen  -  Foto Ulrike Wizisk

Rotschenkel  -  Foto Ulrike Wizisk
Dünnschnabelmöwen  -  Foto Ulrike Wizisk
Löffler, Küstenreiher und Silberreiher  -  Foto Ulrike Wizisk
Die "Stars" der Schlickzonen an der Küste des Golfs von Kutch sind die Reiherläufer, die sich mit der auflaufenden Flut nach und nach dem Land nähern. Wir können Tausende dieser Vögel beobachten, und sie werden natürlich zum Vogel des Tages gekürt.

Reiherläufer  -  Foto Ulrike Wizisk
Reiherläufer  -  Foto Ulrike Wizisk
Reiherläufer  -  Foto Ulrike Wizisk
Die systematische Stellung der Reiherläufer (Dromas ardeola) ist nicht abschließend geklärt, er wird aber den  Regenpfeiferartigen zugeordnet. Die Vögel sind an den Küsten des Indischen Ozeans verbreitet und brüten in Kolonien in Sanddünen, in die sie Bruthöhlen graben.