17. Februar 2016

Reisebericht Namibia/Botswana 2015 Teil 4: "Caprivi-Zipfel"

Der "Caprivi-Zipfel" ist eine schmale Ausbuchtung des Staatgebietes im Nordosten Namibias am Okavango-Fluss. Der Name geht auf den deutschen Reichskanzler Leo von Caprivi (1890 bis 1894) zurück. Er ist allerdings veraltet, heute spricht man von der Zambezi Region.

Jungen beim Fischen am angolanischen Ufer

Nachdem wir die extreme Trockenheit in der Etoshapfanne erlebt haben, ist der Okavango mit seiner grünen Ufervegetation ein deutlicher landschaftlicher Kontrast. Allerdings führt er in diesem Jahr sehr wenig Wasser. Unsere erste Unterkunft ist die Nkwazi Lodge direkt am Fluss, der hier die Grenze zu Angola bildet. Wir blicken direkt auf das im Nachbarland gelegene Ufer.


Die Lodge liegt quasi innerhalb eines Galeriewaldes mit recht hohen Bäumen und schon bald klicken die Kameras, denn wir entdecken viele "neue" Arten.

Einige Beispiele für den Artenreichtum in der Anlage des Nkwazi Lodge (von o.links. bis u.rechts): Mohrenraupenfresser (Campephaga flava), Goldbugpapagei (Poicephalus meyeri),  Goldschwanzspecht (Campethera abingoni) und   Senegalbrillenvogel (Zosterops senegalensis)

Besonders fallen uns die vielen Graubrust-Paradiesschnäpper auf, von denen wir sogar ein Nest ganz in der Nähe des Hauptgebäudes der Lodge finden. Nur die Männchen tragen die langen Schmuckfedern, bei den Weibchen sind sie wesentlich kürzer.

Graubrust-Paradiesschnäpper (Terpsiphone viridis): links Männchen, rechts Weibchen auf dem Nest

Bei der Nkwazi Lodge musste die Bootstour leider wegen Motorschadens ausfallen, doch bei unserer nächsten Station, der Mahangu Lodge sind wir erfolgreich und können vom Wasser aus viele interessante Arten in der Ufervegetation entdecken. Der Okavango hat hier die angolanische Grenze verlassen und fließt quer durch den Caprivi-Zipfel. Auf der anderen Seite des Flusses liegt der Bwabwata National Park.
 
Kleine Fotoausbeute einer Bootsfahrt im Gebiet der Mahangu Lodge (von o.links. bis u.rechts): Vogelbeobacher, Rotbauchreiher (Ardeola rufiventris), juveniler Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer), Afrikanisches Schwarzkehlchen (Saxicola torquatus)

Flusspferde im Okavango
Sporngänse (Plectropterus gambensis) am Ufer des Okavangos

Afrikanischer Schlangenhalsvogel (Anhinga rufa)
Die Popa-Fälle sind Stromschnellen im Okavango. Der Fluss muss hier einen hartes Quarzit-Gestein überwinden. Für Ornithologen ist dieses ein interessanter Ort, denn es ist so ziemlich der einzige Beobachtungsplatz für die seltene Halsband-Brachschwalbe in Namibia. Wir sichten einige Vögel in größerer Entfernung, weshalb nur "Belegaufnahmen" gelingen, zudem die Lichtverhältnisse nicht optimal sind.

Popa-Fälle
Halsband-Brachschwalbe (Glareola nuchalis)


Der Bwabwata-Nationalpark entstand durch die Zusammenlegung des Caprivi- und Mahango-Nationalparks und umfasst fast den ganzen westlichen Teil des Caprivi-Zipfels. Es ist überwiegend von Savanne und Trockenwäldern bedeckt. Hier können wir Buschböcke, Südliche Kuhantilopen und Riedböcke beobachten - neu für diese Reise.

links: Buschbock (Tragelaphus sp.) , rechts: Südliche Kuhantilope (Alcelaphus buselaphus caama)
Nach der Fahrt durch den Bwabwata-Nationalpark verlassen wir Namibia und passieren den Grenzübergang nach Botswana.

Vogel des Tages 17.11.2015  Graubrust-Paradiesschnäpper
Vogel des Tages 18.11.2015  Weißrückenreiher
Vogel des Tages 19.11.2015  Halsband-Brachschwalbe