18. Januar 2016

Reisebericht Namibia/Botswana 2015 - Teil 1: Die Küste bei Walvis Bay

Die  Reise beginnt am 09.11.2015 mit dem Eintreffen aller Teilnehmer. Richtig los geht es aber am folgenden Tag mit der Fahrt von Windhoek zu Küste.

Reiseleiter Stefan Rust
Reiseleiter und örtlicher TERRA-UNICA-Partner Stefan Rust steuert unser geräumiges Exkursionsfahrzeug und hat unterwegs so manches über Land und Leute und die Natur Namibias zu berichten.

Atlantikküste Namibias bei Walvis Bay
Die Straßen sind gut, und so erreichen wir gegen frühen Nachmittag unsere Unterkunft in Walvis Bay. Das Wetter ist neblig-nieselig und mit um die 15 Grad recht kühl - also die "normalen" Witterungsbedingungen an Namibias Küste, hervorgerufen durch den kühlen Beguelastrom, der - vereinfacht gesagt - alle Niederschläge schon über den Meer abregnen lässt und die direkte Küste lediglich mit diesem Nebel versorgt. Dahinter ist es trocken und hohe Dünen breiten sich aus. 
Für uns ist das also ein Wetter wie "bei uns zu Hause" - für die Namibianer ist es ein kühler Traum, der im Sommer viele Urlauber hierhin lockt.

Uns, da wir ja in Sachen Ornithologie unterwegs sind, interessiert also weniger das kühle Nass als die Vogelarten an der Uferpromenade. Und wir freuen uns, dass ab und zu die Sonne heraus kommt. Die Lagune von Walvis Bay ist das wichtigste küstennahe Überwinterungs- und Rastgebiet für Zugvögel im südlichen Afrika. Über 150.000 Individuen aus Nordeuropa und Sibirien werden hier jährlich gezählt.

Rosapelikan  - Great White Pelican - Pelecanus onocrotalus
 Alle Fotos Ulrike Wizisk

Rosaflamingo - Greater Flamingo - Phoenicopterus roseus
Wir beobachten neben Flamingos und Pelikanen zahlreiche Limikolen, darunter viele "alte Bekannte" aus Europa, so Säbelschnäbler, Pfuhlschnepfe, Rotschenkel, Teichwasserläufer, Grünschenkel, Sanderlinge, Sichelstrandläufer uvm.. Aber auch "exotische" Arten können wir auf unsere Beobachtungsliste setzen, wie den Prärie-Goldregenpfeifer und den afrikanischen Austernfischer.
  
Oben von links: Säbelschnäbler, Pfuhlschnepfe; unten von links: Prärie-Goldregenpfeifer, Sanderling
Selbstverständlich sehen wir auch etliche Möwen- und Seeschwalbenarten, unter denen die großen Dominikanermöwen die auffälligsten sind. Wir können ihnen beim Festmahl an einer toten Robbe zuschauen.

Dominikanermöwen an Robbenkadaver
Die hier aufgeführten und abgebildeten Tierarten sind Beispiele, wir haben natürlich viel mehr gesehen. Ein vollständige Liste der Reise werde ich später veröffentlichen, wenn alle Fotos und Aufzeichnungen ausgewertet sind.

Buckelwal - Megaptera novaeangliae - Humpback whale

Am zweiten Tag an der Küste unternehmen wir eine Bootstour auf der Lagune, die uns neben Vogelbeobachtungen (u.a. Dunkler Sturmtaucher) auch die Sichtung eines Buckelwals beschert und zudem Einblicke in die Kolonien der Südafrikanischen Seebären weit draußen auf einer Sandbank gewährt.

Südafrikanischer Seebär -  Arctocephalus pusillus - Cape fur seal
Am dritten und letzten Tag im Gebiet um Walvis Bay unternehmen wir eine 4x4-Exkursion in die Küstendünen bei Sandwich Harbour. Auf dem Wege dorthin legen wir noch einen kurzen Stopp ein und können aus recht kurzer Distanz eine Ansammlung von Zwergflamingos beobachten.

Zwergflamingo - Phoeniconaias minor - Lesser Flamingo
Die Fahrt durch die Küstendünen ist ein kleines Abenteuer. Die Fahrzeuge schaffen es mühelos die steilen Sandberge hinaufzufahren. Es ist in Namibia übrigens sehr streng geregelt, wo man mit Fahrzeugen hinfahren darf, damit die Natur keinen Schaden nimmt, und natürlich müssen die Agenturen eine Lizenz besitzen.

Alle Fotos dieses Reiseberichts von Ulrike Wizisk

Faszinierend ist, dass in dieser scheinbar gänzlich lebensfeindlichen Landschaft doch Tiere leben. So gibt es hier einige hoch spezialisierte Reptilien, darunter der Namib-Gecko und die Zwerpuffotter ("Seitenwinder").

Zwergpuffotter - Bitis peringueyi - Sidewinder Snake
Namibgecko - Pachydactylus rangei
Erstaunlich ist, dass wir selbst größere Säugetiere beobachten können, so begegnet uns ein Schabrackenschakal am Sandstrand!

Schabrackenschakal - Canis mesomelas - Side-striped Jackal
Die Wüstentour lassen wir - wie übrigens auch schon die Bootsfahrt am Vortag - mit einem vorzüglichen Picknick ausklingen, zu dem auch frische Austern gereicht werden.



Vogel des Tages 10.11.2015: Pfuhlschnepfe
Vogel des Tages 11.11.2015: Schwarzer Austernfischer
Vogel des Tages 12.11.2015: Damara-Seeschwalbe (fast endemische Art)

Im November 2016 wird wieder eine Namibia / Botswana - Reise stattfinden - Infos hier

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