28. Januar 2016

Reisebericht Namibia/Botswana 2015 - Teil 3: Etosha National Park

Steppenzebras in der Etosha-Pfanne
Bestimmendes Landschaftselement dieser Region mit Wüstenklima ist die Etosha-Pfanne, der Boden eines ehemaligen Sees, der sich heutzutage nur in guten Regenjahren bis etwa 10 cm hoch auffüllt. Hier kommen fast alle Großwildarten des südlichen Afrikas vor.
Unsere Reise findet in einem extrem trockenen Jahr statt, genau genommen hat es schon zwei Jahre nicht mehr richtig geregnet. So erleben wir eine total ausgedörrte Landschaft mit unbelaubten Bäumen und Büschen. Nur die Mopane-Bäume tragen frisches Laub, sie können offensichtlich Reserven anzapfen und schlagen schon vor der -  hoffentlich - nun bald einsetzenden Regenzeit aus.

Spießböcke (Oryx-Antilopen) unter einem Mopane-Baum
Der Etosha-Nationalpark ist sehr wildreich, fast alle größeren afrikanischen Wildtiere kommen hier vor. Wir können viel beobachten während unserer Pirschfahrten, wobei sich aber schon der Eindruck aufdrängt, dass alle Lebewesen wegen der anhaltenden Dürre irgendwie auf Sparmodus umgeschaltet haben. Wenn sie nicht gerade auf dem Weg zu einem der Wasserlöcher sind, suchen die meisten  irgendwo Schatten und machen möglichst wenige Bewegungen.

Angola-Giraffe
Es ist wirklich erstaunlich, dass selbst so große Tiere, wie Elefanten und Giraffen in dieser scheinbar lebensfeindlichen Gegend doch noch genügend Nahrung zum Überleben finden.

Alle Fotos Ulrike Wizisk

Ein Elefant sucht Abkühlung in einem Wasserloch

Zahlenmäßig am häufigsten beobachten wir außer Zebras diverse Antilopenarten, die teilweise in großen Herden die karge Landschaft durchstreifen.

Oben v.l.: Sambesi-Großkudu (Strepsiceros zambesiensis), Spießböcke (Oryx gazella); Mitte v.l.: Streifengnu (Connochaetes taurinus) mit Burchell-Zebra (Equus quagga burchelli), Springbock (Antidorcas marsupialis); unten: Impalas (Aepyceros melampus) an einem Wasserloch

Die einzigen Nutznießer in Dürrezeiten sind Beutegreifer, die unter den durch Nahrungsmangel geschwächten Tieren leichte Beute finden. Leider entdecken aber nur einige Exkursionsteilnehmer einen Löwen, ansonsten sind wir bei den Großkatzen nicht erfolgreich. Aber zwei Tüpfelhyänen und Schabrackenschakale können wir sichten.

Tüpfelhyänen (Crocuta crocuta), im Hintergrund ein Spießbock (Oryx gazella)

Besonders interessante Orte zum Beobachten sind selbstverständlich die Wasserlöcher, denn dort  müssen sich alle Tiere irgendwann einfinden. So sehen wir hier nicht nur die großen Säugetiere, sondern auch verschiedene Vogelarten, wie z.B. die Riesentrappe.

Riesentrappe (Ardeotis kori) mit Spießbock und Springbock an einem Wasserloch

Überhaupt sind wir ja in der Hauptsache ornithologisch interessiert und dieser Hinsicht haben wir einige Highlights zu verzeichnen. Die Trupps von afrikanischen Straußen kommen fast wie aus einer anderen Welt vor, wie sie das weite, trockene Land durchstreifen.

Afrikanischer Strauße (Struthio camelus)
Für andere Vogelarten braucht man schon ein gutes Auge, um sie zu entdecken, denn sie besitzen ein ausgesprochenes Tarngefieder, das sie mit der braungelben Farbe der Landschaft verschmelzen läßt. Aber wir finden trotzdem Kaptriel, Doppelband-Rennvogel und die Weißflügeltrappe.

Weißflügeltrappe (Afrotis afraoides)

von links: Kaptriel (Burhinus capensis) und Doppelband-Rennvogel (Smutsornis africanus)

Viel mehr Farbe kommt ins Spiel bei der Vogelpirsch in der Umgebung der Lodge und der Rastlager im Nationalpark. Hier begegnen uns in den Bäumen viele " bunte Kleinvögel", von denen die quirligen Nektarvögel für die Fotografen die größte Herausforderung sind.

oben v.l.: Bindennektarvogel (Cinnyris mariquensis); Weißbauch-Nektarvogel (Cinnyris talatala); Mitte v.l. Steppenbaumhopf (Phoeniculus damarensis). Weißscheitelwürger (Eurocephalus anguitimens); unten: Siedelweber (Philetairus socius) mit Nest

Zwei ornithologische Höhepunkte bilden den Abschluss unserer Etosha-Exkursionen: Wir entdecken zwei Paradieskraniche und kurz darauf noch einen Sekretär, der sich dann sogar auf unser Fahrzeug zu bewegt und sich vor allen Kameras präsentiert.

Paradieskraniche (Anthropoides paradisea), im Hintergrund flimmert in der Hitze eine kleine Herde Gnus
Sekretär (Sagittarius serpentarius)


Vogel des Tages 14.11.2015: Wahlberg-Laubpicker
Vogel des Tages 15.11.2015: Steppen-Baumhopf
Vögel des Tages 16.11.2015: Sekretär und Paradieskranich

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26. Januar 2016

Reisebericht Namibia/Botswana 2015 - Teil 2: Erongo-Gebirge


Spitzkoppe
 Alle Fotos: Ulrike Wizisk
Granitfelsen im Erongogebirge
Wir verlassen die Küstenregion und vorbei an der Spitzkoppe erreichen wir das Erongo-Gebirge. Unsere Unterkunft liegt innerhalb einer Landschaft aus Granitfelsen, die eine typische Wollsackverwitterung zeigen. Auf den Felsen tummeln sich vielerorts Klippschliefer. Es sind gesellige Tiere, die in Kolonien leben. Auch Namibische Felsenagamen können wir auf den Steinen beobachten.

Klippschliefer (Procavia capensis)
Namibische Felsenagame (Agama planiceps)

Während einer Naturexkursion in der Umgebung der Lodge, die zum Erongo Mountain Nature Conservency gehört, können wir eine für Namibia fast endemische Art auf unsere Vogelbeobachtungsliste setzen, den Hartlaubfrankolin, der felsige Biotope mit Buschbewuchs liebt und sehr heimlich lebt. Wir haben ihn auf unserer Tour nur hier beobachten können.

Hartlaubfrankolin (Pternistis hartlaubi)

Zum Frühstück am anderen Morgen erfreuen uns die Rosenköpfchen mit ihren bunten Farben. Man streut hier Futter aus, und wir können noch weitere interessante Arten beobachten und fotografieren, bevor wir dann aufbrechen Richtung Etosha-Nationalpark.

Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis)
oben v.l.: Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis), Buntastrild (Pytilia melba); unten v.l.: Klippschliefer mit Palmtauben (Spilopelia senegalensis), Kapammer (Emberiza capensis)




Vogel des Tages 13.11.2015 im Erongo-Gebirge: Rosenköpfchen



20. Januar 2016

Eilmeldung - Breaking News: Erneute PREISSENKUNG bei NAMIBIA-Reisen



Auf Grund des starken Kursverfalls des südafrikanischen Rand/Namibia-Dollars während der letzten Wochen haben wir nochmals die Reisepreise der im Mai 2016 stattfindenden Geo/NaturTouren nach Namibia angepasst.

„Highlights des Nordens“:  2. - 16. Mai 2016
u. a. Erongo - Spitzkoppe - Namib-Wüste - Brandberg - Twyfelfontein - Etendeka-Plateau - Etoshapfanne - Otavi-Bergland - Hoba-Meteorit - Waterberg

Spitzkoppe - Foto Ulrike Wizisk

Neuer Preis: 2390 Euro (von/bis Windhoek)
EZ-Zuschlag: 180 Euro
Anmeldeschluss 1.2.2016
Weitere Infos hier


„Highlights des Südens“ 16. - 28. Mai 2016
u. a. Naukluftberge - Sossusvlei - Namibrand - Lüderitz -  Bogenfels - Orange River - Fish River Canyon - Köcherbaumwald - Mesosaurus Fossil Camp - Brukkaros

Fish River Canyon  -  Foto Ute Schreiber


Neuer Preis: 2190 Euro (von/bis Windhoek)
EZ-Zuschlag: 240 Euro
Anmeldeschluss 15.2.2016
 Weitere Infos hier


Für die Reise "Wüsten und Wasserwildnisse" mit ornithologischem Schwerpunkt im November (06.11. - 22.11.2016) nach Namibia/Botswana will ich mich noch nicht ganz festlegen und die weitere Kursentwicklung abwarten, aber vermutlich wird auch hier der Preisnachlass deutlich sein. Weitere Infos hier

Afrikanischer Strauß im Etosha National Park  -  Foto Ulrike Wizisk



18. Januar 2016

Reisebericht Namibia/Botswana 2015 - Teil 1: Die Küste bei Walvis Bay

Die  Reise beginnt am 09.11.2015 mit dem Eintreffen aller Teilnehmer. Richtig los geht es aber am folgenden Tag mit der Fahrt von Windhoek zu Küste.

Reiseleiter Stefan Rust
Reiseleiter und örtlicher TERRA-UNICA-Partner Stefan Rust steuert unser geräumiges Exkursionsfahrzeug und hat unterwegs so manches über Land und Leute und die Natur Namibias zu berichten.

Atlantikküste Namibias bei Walvis Bay
Die Straßen sind gut, und so erreichen wir gegen frühen Nachmittag unsere Unterkunft in Walvis Bay. Das Wetter ist neblig-nieselig und mit um die 15 Grad recht kühl - also die "normalen" Witterungsbedingungen an Namibias Küste, hervorgerufen durch den kühlen Beguelastrom, der - vereinfacht gesagt - alle Niederschläge schon über den Meer abregnen lässt und die direkte Küste lediglich mit diesem Nebel versorgt. Dahinter ist es trocken und hohe Dünen breiten sich aus. 
Für uns ist das also ein Wetter wie "bei uns zu Hause" - für die Namibianer ist es ein kühler Traum, der im Sommer viele Urlauber hierhin lockt.

Uns, da wir ja in Sachen Ornithologie unterwegs sind, interessiert also weniger das kühle Nass als die Vogelarten an der Uferpromenade. Und wir freuen uns, dass ab und zu die Sonne heraus kommt. Die Lagune von Walvis Bay ist das wichtigste küstennahe Überwinterungs- und Rastgebiet für Zugvögel im südlichen Afrika. Über 150.000 Individuen aus Nordeuropa und Sibirien werden hier jährlich gezählt.

Rosapelikan  - Great White Pelican - Pelecanus onocrotalus
 Alle Fotos Ulrike Wizisk

Rosaflamingo - Greater Flamingo - Phoenicopterus roseus
Wir beobachten neben Flamingos und Pelikanen zahlreiche Limikolen, darunter viele "alte Bekannte" aus Europa, so Säbelschnäbler, Pfuhlschnepfe, Rotschenkel, Teichwasserläufer, Grünschenkel, Sanderlinge, Sichelstrandläufer uvm.. Aber auch "exotische" Arten können wir auf unsere Beobachtungsliste setzen, wie den Prärie-Goldregenpfeifer und den afrikanischen Austernfischer.
  
Oben von links: Säbelschnäbler, Pfuhlschnepfe; unten von links: Prärie-Goldregenpfeifer, Sanderling
Selbstverständlich sehen wir auch etliche Möwen- und Seeschwalbenarten, unter denen die großen Dominikanermöwen die auffälligsten sind. Wir können ihnen beim Festmahl an einer toten Robbe zuschauen.

Dominikanermöwen an Robbenkadaver
Die hier aufgeführten und abgebildeten Tierarten sind Beispiele, wir haben natürlich viel mehr gesehen. Ein vollständige Liste der Reise werde ich später veröffentlichen, wenn alle Fotos und Aufzeichnungen ausgewertet sind.

Buckelwal - Megaptera novaeangliae - Humpback whale

Am zweiten Tag an der Küste unternehmen wir eine Bootstour auf der Lagune, die uns neben Vogelbeobachtungen (u.a. Dunkler Sturmtaucher) auch die Sichtung eines Buckelwals beschert und zudem Einblicke in die Kolonien der Südafrikanischen Seebären weit draußen auf einer Sandbank gewährt.

Südafrikanischer Seebär -  Arctocephalus pusillus - Cape fur seal
Am dritten und letzten Tag im Gebiet um Walvis Bay unternehmen wir eine 4x4-Exkursion in die Küstendünen bei Sandwich Harbour. Auf dem Wege dorthin legen wir noch einen kurzen Stopp ein und können aus recht kurzer Distanz eine Ansammlung von Zwergflamingos beobachten.

Zwergflamingo - Phoeniconaias minor - Lesser Flamingo
Die Fahrt durch die Küstendünen ist ein kleines Abenteuer. Die Fahrzeuge schaffen es mühelos die steilen Sandberge hinaufzufahren. Es ist in Namibia übrigens sehr streng geregelt, wo man mit Fahrzeugen hinfahren darf, damit die Natur keinen Schaden nimmt, und natürlich müssen die Agenturen eine Lizenz besitzen.

Alle Fotos dieses Reiseberichts von Ulrike Wizisk

Faszinierend ist, dass in dieser scheinbar gänzlich lebensfeindlichen Landschaft doch Tiere leben. So gibt es hier einige hoch spezialisierte Reptilien, darunter der Namib-Gecko und die Zwerpuffotter ("Seitenwinder").

Zwergpuffotter - Bitis peringueyi - Sidewinder Snake
Namibgecko - Pachydactylus rangei
Erstaunlich ist, dass wir selbst größere Säugetiere beobachten können, so begegnet uns ein Schabrackenschakal am Sandstrand!

Schabrackenschakal - Canis mesomelas - Side-striped Jackal
Die Wüstentour lassen wir - wie übrigens auch schon die Bootsfahrt am Vortag - mit einem vorzüglichen Picknick ausklingen, zu dem auch frische Austern gereicht werden.



Vogel des Tages 10.11.2015: Pfuhlschnepfe
Vogel des Tages 11.11.2015: Schwarzer Austernfischer
Vogel des Tages 12.11.2015: Damara-Seeschwalbe (fast endemische Art)

Im November 2016 wird wieder eine Namibia / Botswana - Reise stattfinden - Infos hier